Bewegungsangebote für Kinder in der Kita und zuhause
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Bewegungsangebote für Kinder in der Kita und zuhause

Mindestens drei Stunden Bewegung pro Tag – und davon eine auch mal ordentlich ins Schwitzen kommen: Das wird im Allgemeinen für Kinder im Kindergartenalter empfohlen. Den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder sollten wir durch verschiedene Bewegungsangebote unterstützen und fördern. Erwachsene denken dabei vielleicht als erstes an den Aspekt der Fettverbrennung – für Kinder aber stehen ganz andere wichtige Punkte im Vordergrund: Entwicklung der Motorik zum Beispiel.

In der Kita entsteht Bewegung oft von ganz allein: Die pure Lebensfreude beim Bewegen ist dabei einfach ansteckend. Unterstützend können aber auch hier verschiedene Bewegungsangebote die Kinder zum Erproben animieren.

Anders sieht es jedoch aus, wenn Kinder mit ihren Eltern zuhause sitzen und womöglich auch keine Geschwister haben. Oft ist es unter den momentanen Bedingungen nicht möglich, neben der Arbeit mit den Kindern auch noch rauszugehen. Zudem sind vielerorts Spiel- und Bolzplätze geschlossen worden. Wenn die Arbeit geschafft ist, ist es schon fast wieder dunkel. Und ohne Bewegungsangebote wird es dann zuhause schnell anstrengend.

Wenn du deinen Kita-Kindern und ihren Familien auch auf Abstand etwas Gutes tun möchtest, teile doch ein paar Bewegungsangebote mit ihnen. In den nächsten Wochen werden wir dir ein paar vorstellen, die Eltern und Kind zuhause machen können, die aber natürlich auch für den Einsatz in der Kita wunderbar geeignet sind.

Heute starten wir erstmal mit einer kleinen Liste superschneller Klassiker für gestresste Eltern:

Mini-Bewegungsangebote für zuhause

Du musst arbeiten und dein Kind muss sich nebenbei selbst beschäftigen? Damit der Tag nicht völlig ohne Bewegung vorübergeht, stellt euch doch gemeinsam einen Wecker, möglichst einen, den dein Kind auch gut erkennen kann, wie eine Eieruhr. Vereinbart, dass ihr nach der abgesprochenen Zeit, zum Beispiel einer halben Stunde, wieder gemeinsam etwas machen werdet und sorge dann für ein weiteres Bewegungsangebot. Hier ein paar Ideen für abwechslungsreiche Bewegungseinheiten:

  1. Laurentia, liebe Laurentia mein – Wer kennt es noch? Dieses Lied kann man zu einem wunderbaren Morgenritual machen, das den Kreislauf ankurbelt und nebenbei lernt das Kind noch die Wochentage auswendig. Wichtig für die Kniebeugen ist, dass der Popo so weit nach hinten geht, dass die Knie nicht weiter vorn sind als die Füße. Und dann geht’s los – wer schafft die ganze Woche besser, du oder dein Kind?
  2. Pferd spielen! – Ja, vielleicht ist es dir unangenehm in der Nachbarschaft, aber nichts kurbelt so schnell und so schön den Kreislauf an, wie eine Runde um den Block – im Galopp. Die meisten Kinder müssen es sich nicht zweimal sagen lassen, wenn du dir ein Springseil um die Hüfte legst und dein Kind selbst die Kommandos „Schritt“, „Trab“ und „Galopp“ verwenden darf. So eine Runde muss nur 5 Minuten dauern. Wenn du nicht selbst rennen möchtest oder kannst, sporne dein Kind an, immer bis zur nächsten Laterne vor- und dann wieder zu dir zurückzulaufen.
  3. Tanze zu Kindermusik! Es gibt Kinderlieder, die extra schon Bewegung einfordern, aber manchmal tut es auch einfach schmissige Musik, die dir und deinem Kind gefällt. Für ein bisschen Variation kannst du auch einen Stopptanz einlegen oder vereinbaren, dass immer einer eine Bewegung vormacht, die der andere nachmachen muss.
  4. Sackhüpfen oder Eierlauf. Ein Eierlauf spornt besonders an, wenn etwas auf dem Löffel liegt, was man anschließend naschen darf. Für das Sackhüpfen braucht man schon ordentlich Platz und vor allem auch geeignete Säcke, aber dafür sind Spaß und ordentlich Bewegung vorprogrammiert.
  5. Treppenlaufen – Wenn ihr Treppen in der Wohnung habt, habt ihr bereits ein Fitnessstudio zuhause. Natürlich kann dein Kind dort nur dann alleine etwas machen, wenn es schon sicher alleine die Treppen laufen kann. Aber dann kannst du zum Beispiel auf jede Treppenstufe einen Baustein legen. Das Kind muss nun alle Bausteine einsammeln, aber darf immer nur einen auf einmal tragen. Wenn es alle eingesammelt hat, bekommt es eine Belohnung.
  6. Parkour in der Wohnung Baut gemeinsam einen Parkour in der Wohnung. Oft muss man dafür gar nichts umstellen, sondern es reicht, sich Bewegungen für bestimmt Orte auszudenken, z.B.: auf den Stuhl steigen, um die Lampe herumlaufen, unterm Couchtisch durchkriechen, an der Sofalehne festhalten und 10-mal hochhüpfen. Wenn ihr gemeinsam spielt, könnt ihr auch „Ich packe meinen Koffer spielen“: Jeder wiederholt die bereits genannten Bewegungen und fügt selber eine dazu.
  7. Feuer, Wasser, Luft – Ein weiterer Klassiker, der früher viel in den Turnhallen gespielt wurde, aber zur Not auch in der Wohnung gespielt werden kann: Lasse dein Kind hin- und herrennen und rufe zwischendurch die vorher vereinbarten Signale, die es dann schnell ausführen muss. Klassisch hieß Feuer = in eine Ecke des Raums laufen, Wasser = auf etwas hochklettern und Luft = auf den Boden legen. Ihr könnt euch aber natürlich angepasste Kommandos für eure Wohnsituation ausdenken. Oft haben die Kinder dabei auch selber gute Ideen.
Autorin: Redaktionsteam Verlag an der Ruhr

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