Inklusion in der Kita: Herbstliche Angebote für inklusive Kita-Gruppen
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Inklusion in der Kita: Herbstliche Angebote für inklusive Kita-Gruppen

Für den Herbst in der inklusiven Kita-Gruppe haben wir eine wunderbare, kleine Eichhörnchenstunde für euch. Mit einem Reimspiel, einem Bewegungsspiel und einem Tastspiel machen die Kinder unterschiedliche Sinneserfahrungen. Unsere Autorin, Miriam Kaykusuz, gibt dazu wieder jede Menge Tipps, wie Kinder mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen dabei unterstützt werden können. So könnt ihr die Inklusion in der Kita spielerisch umsetzen.

Teil 1 – Handgestenspiel

Flink und leise durch die Nacht

So geht's:

Lies den Kindern diese kleine Reimgeschichte vor und vollführe gemeinsam mit ihnen die entsprechenden Arm- und Handbewegungen.

Flink und leise durch die Nacht
hat sich’s auf den Weg gemacht.
Braunes Fell und weicher Schwanz
zeigen einen wilden Tanz.

Die Hände gekrümmt als Pfoten in Bauchhöhe halten, dabei leicht bewegen.
Mit den Händen die Oberarme abstreichen. Hände ineinander verschränken und wedeln.

Näslein, Mund und Ohren klein,
diese Äuglein sehen fein.
Auf vier Pfoten läuft das Tier,
von wem spreche ich denn hier?

Ein Zeigefinger tippt an Nase und Mund, gewölbte Hände an Ohren, sowie Hände als Fernglas vor die Augen halten.
Mit Händen und Füßen am Platz scharren.

Eda Eichhörnchen ist da
und findet Klettern wunderbar.
Klettert gern auf jeden Baum
bis ganz hoch, man sieht sie kaum.

Ein Arm wird senkrecht mit gespreizter Hand als Baum gehalten.
Alle Finger der anderen Hand krabbeln vom Ellenbogen bis zu den Fingerspitzen.

Eda springt von Ast zu Ast,
nirgends macht sie lange Rast.
Hunger macht sich bei ihr breit,
es ist Herbst und Sammelzeit.

Der Arm als Baum steht weiterhin senkrecht, die eng zusammengelegten Fingerspitzen der Gegenhand springen an den Ästen entlang.
Mit beiden Händen den Bauch reiben.

Nüsse gibt es hier in Massen,
die kann sie nicht liegen lassen.
Eda hackt die Zähne rein,
und bricht alle Schalen klein.

Die Hände schnappen am Boden „Nüsse“ und wölben sich dann zu einer Höhle.
Den Kopf zu den Händen beugen und Knabbern darstellen.

Und ist dann der Hunger weg,
sucht sich Eda ein Versteck.
Schnell noch eine Nuss vergraben,
denn sonst fressen sie die Raben.

Suchend umherschauen, dabei eine Handkante an die Augenbrauen halten.
Vor dem eigenen Platz mit beiden Händen das Lochgraben darstellen.

Edas Körper ist bereit,
im Winter hält sie Ruhezeit.
Liegt gemütlich in dem Nest,
kugelrund, und schläft ganz fest.

Jeder rollt sich an seinem Platz liegend klein ein und umschlingt die Beine.
Ein kurzer Moment der Stille schließt sich diesem Reim an.

Teil 2 – Rhythmisches Bewegungsspiel

Von Ast zu Ast

Material:

  • Oberteil eines länglichen Turnkastens oder braunes / grünes Tuch
  • ein Klangholzpaar
  • 8 Turnseile

So geht's:

Lege das Kastenoberteil in die Raummitte. Alternativ kannst du ein braunes Tuch verwenden, welches du schmal und länglich am Boden drapierst. Dies stellt den Baumstamm dar. Gib den Kindern die Turnseile, um diese gemeinschaftlich als Äste an den Baumstamm zu legen:

Vom Baumstamm aus werden in möglichst gleichem Abstand die Seile mit einem Ende angelegt und gerade nach außen gezogen, sodass sie wie die Strahlen einer Sonne um das Tuch oder das Kastenelement liegen. Ein Kind sitzt auf dem Kastenteil (bzw. dem braunen Tuch) oder steht daneben. Es hält die Klanghölzer. Die anderen Kinder stellen sich möglichst regelmäßig verteilt auf die Seile.

Der Instrumentalist klopft einmal laut die Klanghölzer aufeinander und die Kinder springen bei diesem Signal als Eichhörnchen in gleicher Richtung auf das nächste Seil. Der nächste Instrumentenschlag kündigt das nächste Astspringen an.

Hinweis:

Spielen sehr viele Kinder mit, sollte anstelle des Springens ein großer Schritt zum nächsten Ast vollführt werden, um Zusammenstöße zu vermeiden.

Teil 3 – Tastspiel

Futtersuche im Blätterhaufen

Material:

  • eine große Plastikwanne oder „Sandmuschel“
  • reichlich Laubblätter
  • Walnüsse

So geht's:

Dieses Spiel kann sowohl drinnen als auch draußen stattfinden, bietet sich jedoch wegen der brüchigen Laubblätter eher im Außengelände an. Lege je nach Schwierigkeitsgrad gemeinsam mit den Kindern wenige oder viele Walnüsse auf den Boden der Plastikwanne. Diese werden sogleich unter einem Berg Laubblätter versteckt und sollen ertastet werden. Ein „Eichhörnchen“ (bzw. eine „Eichhörnchenfamilie“ aus mehreren Kindern) tastet außen am Rand sitzend nach ihrem Futter.

Anpassungsmöglichkeiten der Spiele je nach Beeinträchtigung

Visuelle Beeinträchtigung

Handgestenspiel

Organisiere vor Beginn des Handgestenspiels die Figur eines Eichhörnchens aus Plüsch, um es befühlen zu lassen. Es findet zudem ein gemeinsamer Wissensaustausch über dieses Tier, sein Aussehen, seinen Lebensraum, seine Nahrung und sein Verhalten im Winter statt.

Forme entweder die Hände eines sehgeschädigten Kindes dem Reim entsprechend behutsam mit oder spiele mit deinen Händen als Eichhörnchen am Arm des Kindes, der dann den Baum darstellt. So trittst du in einen partnerschaftlichen Dialog.

Bewegungsspiel

Das Bewegungsspiel sollte gemeinsam mit einem Partner stattfinden, der das Kind an der Hand hält und gemeinsam mit ihm in weiten Schritten von Ast zu Ast schreitet. Ein fehlender oder stark eingeschränkter Sehsinn kann eine Unsicherheit des Gleichgewichts mit sich bringen.

Auditive Beeinträchtigung

Handgestenspiel

Bringen Sie Bildmaterial eines Eichhörnchens und seines Lebensraums Wald mit und zudem einige Nüsse und Eicheln. Führen Sie die Bewegungen des Handgestenspiels langsam und deutlich aus. Sitzen Sie im Blickfeld eines hörgeschädigten Kindes und bauen Sie bei Bedarf kurze Pausen ein, sodass ausreichend Zeit für die Bewegungen bleibt.

Bewegungsspiel

Beim Bewegungsspiel muss das Signal des Weiterspringens visuell deutlich stattfinden. Geben Sie selbst die Signale, halten Sie die Klanghölzer in Brusthöhe und machen Sie weit ausladende Bewegungen beim Aufklopfen.

Motorische Beeinträchtigung

Handgestenspiel

Sitzt ein Kind im Rollstuhl, findet das Handgestenspiel auf gleicher Sitzhöhe in einem Stuhlkreis statt. Einem Kind mit motorischen Einschränkungen im Oberkörper hilfst du durch Hand- und Armführung, bzw. unterstützt ein selbstständiges Tun durch langsames Sprechen und kurze Pausen, die ein Aktiv-Sein ermöglichen. Ist einem Kind das Mitmachen der Bewegungen nicht möglich, vollführe die Bewegungen auf seinem Körper. Deine Finger springen vorsichtig als Eichhörnchen auf der Hand deines Gegenübers und krabbeln am Arm hoch und runter.

Bewegungsspiel

Das Bewegungsspiel kann auch ein Rollstuhlfahrer mitmachen, indem ein Partner das Gefährt neben den Seilen passend zu den Klangholzschlägen von Ast zu Ast schiebt.

Ein mit Schwierigkeiten gehendes Kind erhält ebenfalls einen Partner, der das Kind an Arm und Hand stützt. Nutze mehr Äste, damit die Abstände sich verkürzen und das Springen leichter fällt. Sollen die anderen Kinder wieder weitere Sprünge vollführen, nimm einige Seile aus dem Gebilde heraus und übergib die Klanghölzer an das beeinträchtigte Kind, das sich dann auf den „Baumstamm“ setzt.

Tastspiel

Die Wanne für die Futtersuche beim Tastspiel kann erhöht auf einer Bank oder dem Tisch stehen, sodass ein stabiles Sitzen auf einem Stuhl oder ein Stehen möglich ist. Ist ein Greifen kleiner Gegenstände mit den Fingern nicht realisierbar, dann wähle statt echter Walnüsse Tischtennisbälle oder Sandsäckchen.

Autorin: Miriam Kaykusuz

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Dieses Buch bietet viele Aktivitäten für Frühling, Sommer, Herbst und Winter in inklusiven Gruppen. Für jede Aktivität gibt es außerdem wieder verschiedene didaktische Hinweise, wie die Spiele, Lieder, Tänze, Psychomotorik-Angebote etc. mit Kindern mit bestimmten Förderbedarfen umgesetzt werden können.

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