Inklusion in er Kita - Spiele rund um den Fuß
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Inklusion in der Kita: Spiele rund um den Fuß – für alle Kinder

Inklusion in der Kita ist ein wichtiges Thema. Wenn du ein Angebot planst, ist es am besten, wenn du dir schon vorher überlegst, wie du auch Kinder mit Einschränkungen möglichst miteinbeziehen kannst. In ihren Büchern bietet Miriam Kaykusuz eine Fülle an Angeboten, zu denen es jeweils Vorschläge gibt, wie du sie anpassen kannst für Kinder mit visuellen, auditiven, motorischen oder taktilen Einschränkungen. Diese beiden kleinen Reim-Spiele bzw. Bewegungs-Spiele drehen sich um unsere Füße und machen allen Kindern Spaß! Die inklusiven Angebote kannst du ganz einfach in den Kita-Alltag integrieren.

Spiel 1 – inklusives Bewegungsspiel

„Jeder Fuß zeigt, was er kann“

Meine Füße können viel
und spielen beide nun ein Spiel.
Stampfen können diese zwei
und dann ist’s auch schon vorbei.

So geht's:

Dieses Bewegungsspiel findet großflächig im Raum statt. Nenne gemeinsam mit den Kindern die Fortbewegungsarten der Füße und wandle den Text, entsprechend des Wiederholungsverses ab. Ist die Fortbewegungsart Stampfen, so stampfen alle Kinder rhythmisch den gesamten Bewegungsreim über. Passe aber auch das Sprechtempo und die Sprachdynamik der jeweiligen Fortbewegungsart an. Schleichen die Kinder, so flüstern sie den Reim, hüpfen sie, so sprechen sie den Reim entsprechend lebhaft.

Spiel 2 – inklusives Reimspiel

„Die Füße kriegen nun Besuch“

Es wird schwer für meine Füße,
schöne Dinge ich begrüße.
Mit den Zehen greife ich,
auf bunte Federn freu ich mich. 

Vorbereitung:

Lege einige Materialien in ein Körbchen und stelle es zu dir in den Kreis. Folgendes Material eignet sich: Federn, Wattebäusche, Korken, kleine Kieselsteine, eng gerolltes Papier, dünne Holzstäbchen oder Zweige, kleine Schwämme, Murmeln, Blätter.

So geht's:

Die Kinder sitzen im Kreis. Gib das Material herum. Die Kinder benennen es und fühlen daran, riechen es und sehen es sich an. Nun erhält jedes Kind ein Materialpaar (zwei Federn, zwei Murmeln …) zum beidfüßigen Umsetzen des Spiels. Es steckt sich den Gegenstand unter die nackten, gekrümmten Zehen. Während alle gemeinsam den Vers sprechen, versuchen sie, mitsamt ihrer Gegenstände, die sie mit den Zehen halten, im Raum herumzugehen.

Dabei wandelst du den Text passend zum Material ab.

Tipp:

Dieses Spiel ist auch als Partnerspiel möglich, indem sich die Kinder im Wechsel beim Anstecken und Aufgreifen der Materialien mit den Zehen helfen und sich beim Gehen an der Hand fassen.

Anpassungsmöglichkeiten der Spiele je nach Beeinträchtigung

Visuelle Beeinträchtigung

Bewegungsspiel

Ein sehgeschädigtes Kind kann sich mit einem Partner durch den Raum bewegen. Bei akustischer und motorischer Reizüberforderung bei Spiel 1 (Stimmen, schnelle Bewegungen), sprichst du den Wiederholungsreim am Platz stehend. Erst danach findet die Bewegung, ohne Mitsprechen des Reims, unterstützt mit einem Tamburin, im Raum statt. Eventuell verlangsamst du das Tempo.

Reimspiel

Lass die Kinder die Gegenstände bei Spiel 2 intensiv befühlen. Besprich deren Eigenschaften und Beschaffenheit.

Das Anstecken der Materialien und das anschließende Gehen gelingen mit der Unterstützung durch einen Partner leichter.

Auditive Beeinträchtigung

Bewegungsspiel

Ein Kind denkt sich eine Fortbewegungsart aus und führt sie der Gruppe vor. Anschließend sprechen alle den Reim und bewegen sich ebenso im Raum.

Reimspiel

Die Kinder betrachten und befühlen die Gegenstände intensiv. Sie erkennen und benennen die Materialbeschaffenheit und Eigenschaften wie: Die Feder schwebt, ein Stein fällt herunter und ist schwer, der Schwamm kann wischen und ist weich. Rege die Kinder an, zwei gleiche Materialien aneinanderzureiben, gegeneinanderzuklopfen usw., um das Gehör zusätzlich anzuregen.

Motorische Beeinträchtigung

Bewegungsspiel

Einem motorisch unsicheren Kind stellst du zwei Partner rechts und links zur Seite, die sein Gleichgewicht mit stützen und es vor Zusammenstößen mit anderen bewahren.

Reimspiel

Schiebe ein Kind im Rollstuhl mit durch den Raum. Es darf die Gegenstände im Rollstuhl transportieren oder hat Helfer, die ihm Material an die Füße stecken.

Ein Kind mit einer Beeinträchtigung der Füße und Zehen (beispielsweise Verkrampfung durch Spastik) kann den Gegenstand auch in der Hand halten oder auf verschiedenen Körperteilen balancieren.

Taktile Beeinträchtigung

Reimspiel

Die Materialien müssen sorgsam ausgewählt werden: Bei taktiler Unterempfindlichkeit könnte der taktile Reiz einer Feder als zu schwach empfunden werden. Daher eignen sich dafür härtere Materialien, die in ihrer Beschaffenheit taktil intensiver wirken, z. B. Kieselstein (kalt und schwer) oder Stöckchen (hart und kantig). Bei taktiler Überempfindlichkeit könnten sehr viele Gegenstände als unangenehm oder kitzelig an den Zehen empfunden werden. Es eignen sich möglicherweise eher weiche oder leichte und glatte Gegenstände, wie Watte, Kieselstein, Murmel, Korken. Das Tragen von Socken mildert starke Reize ab. Das Anstecken und Festhalten wird dadurch allerdings erschwert.

Ein Kind mit taktiler Störung sollte zwar zum Mitspielen angeregt, aber nicht dazu gedrängt werden, seine Füße beim Spielen einzusetzen. Es kann andere Kinder beim Anstecken der Gegenstände unterstützen und hat so ein taktiles Erleben über die Hände. Außerdem kann es Gegenstände auf dem Kopf oder den Handflächen balancieren.

Autorin: Miriam Kaykusuz

Diese und weitere Ideen findest du hier:

Der Begriff Inklusion ist in aller Munde. Auch von Erzieherinnen und Erziehern in Kindertagesstätten wird gefordert, dass sie nach dem Prinzip der inklusiven Pädagogik alle Kinder gemeinsam fördern. Aber wie kann eine Förderung aller Kinder mit verschiedenen Förderbedarfen in einer Kita-Gruppe in der Praxis gelingen? Wie kann unter Berücksichtigung der Bedürfnisse, Stärken und Schwächen eines jeden Kindes eine Förderung stattfinden? Dieses Buch gibt eine kleine Einführung in das Thema Inklusion und bietet Tipps zur Umsetzung von Aktivitäten in inklusiven Kita-Gruppen. Für jede Aktivität gibt es außerdem verschiedene didaktische Hinweise, wie die Spiele, Lieder, Tänze etc. mit Kindern mit bestimmten Förderbedarfen umgesetzt werden können.

Wie bereits im Vorgängerbuch liegen die Förderschwerpunkte hierbei u.a. auf der Feinmotorik und Wahrnehmung.
Ziel des Buches ist es, jedes Kind mit seinen Möglichkeiten in den Gruppenalltag Ihrer Kita und das gemeinsame Spiel mit einzubinden, Erfolgserlebnisse zu schaffen und ein positives Selbstbild zu erhalten oder zu verbessern.

Dieses Buch bietet viele Aktivitäten für Frühling, Sommer, Herbst und Winter in inklusiven Gruppen. Für jede Aktivität gibt es außerdem wieder verschiedene didaktische Hinweise, wie die Spiele, Lieder, Tänze, Psychomotorik-Angebote etc. mit Kindern mit bestimmten Förderbedarfen umgesetzt werden können.

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