Eine Wintergeschichte: Schneeflockenfänger
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Eine Wintergeschichte: Schneeflockenfänger

Naomi und Paul stehen ungeduldig am Küchenfenster. Sie beobachten die Straße. Heute hat es zum ersten Mal geschneit. Auf dem Weg vom Haus zur Straße sind Mamas Fußstapfen zu sehen. Ihre Mama wollte nur mal eben zum Laden um die Ecke laufen, um Butter und Eier zu kaufen. „Zur Feier des Tages backen wir heute Schneeflocken“, hatte sie gesagt. Da waren Naomi und Paul sofort begeistert.

„Da ist sie!“, ruft Paul plötzlich.

„Na endlich.“ Naomi läuft so schnell sie kann zur Haustüre. Sie ist ganz aufgeregt.

„So, ich hoffe, ich habe alles.“ Naomis Mama holt Butter und Eier aus dem Einkaufskorb und stellt Mehl, Zucker und Salz aus dem Küchenschrank dazu. Jetzt kann es losgehen. Sie wiegen gemeinsam die Zutaten ab und geben alles in eine große Teigschüssel. Mit dem Rührgerät darf Naomi die Lebensmittel zu einem dicken Teigkloß kneten.

Paul nascht mit den Fingern vom Teig.

„Mhm! Lecker“, urteilt er fachmännisch. Inzwischen hat ihre Mama kleine Ausstechformen in Schneeflockenform auf den Tisch gelegt. Paul setzt sich, nimmt eine Handvoll Teig und beginnt, ihn mit der Teigrolle auszuwellen. Dann sticht er die Ausstechformen in den Teig. Als Naomi dazukommt, stecken alle Formen schon in Pauls Teig.

„Alle weg. Tut mir leid.“ Paul grinst Naomi an.

„Mir doch egal“, antwortet Naomi. „Ich mach mir eh meine eigene Schneeflocke.“ Sie wellt ebenfalls eine kleine Menge Teig aus und beginnt dann, mit einem Küchenmesser eine Flockenform aus dem Teig zu stechen. Naomis Flocke sieht anders aus als die Flocken von Paul. Irgendwie größer und ein bisschen schief.

 „So sieht keine Schneeflocke aus“, sagt Paul.

„Wohl“, sagt Naomi. „Frag Mama!“

Ihre Mama kommt dazu.

„Schneeflocken haben viele verschiedene Formen“, erklärt sie. „Jede Flocke ist einzigartig und sieht anders aus als die anderen. Wollt ihr mal Schneeflockenfänger sein und sie euch genauer anschauen?“

Natürlich möchten Paul und Naomi. Ihre Mama nimmt ein Stück schwarze Pappe und legt es in den Kühlschrank. „Damit fangen wir sie. Ihr müsst euch noch kurz gedulden“, sagt sie geheimnisvoll. Damit das Warten nicht so lange wird, stechen die Kinder fleißig weiter Flocken aus, legen sie auf ein Backblech und schieben es in den Ofen. Dann kommt der große Moment. Ihre Mama holt die schwarze Pappe aus dem Kühlschrank und geht mit den Kindern vor die Haustür. Langsam fallen dicke Flocken vom Himmel. Paul hält die gekühlte Pappe mit ausgestreckten Armen von sich.

„Wir müssen die Flocken gar nicht einfangen“, sagt Naomi. „Sie kommen von alleine zu uns.“ Tatsächlich. Die Pappe ist schon voller Schneeflocken. Sie beugen sich fasziniert über die Pappe.

„Du hast Recht“, staunt Paul. „Jede Flocke sieht anders aus.“

„Jede Schneeflocke ist ein einzigartiger Schneekristall“, meint Mama. Naomi sagt einfach nur: „Schööön!“

Nach dem Abendessen probieren sie ihre selbstgebackenen Schneeflocken.

„Schmecken tun sie aber alle gleich gut“, sagt Naomi mit vollen Backen.

 

 

Kinder bestaunen Schneeflocken
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Impulsfragen

SAG DOCH MAL …

Pauls und Naomis Mama zeigt den beiden, wie man mit einem Stück schwarze Pappe Schneeflocken einfangen kann. Kannst du erklären, warum sie die Pappe zuerst in den Kühlschrank legt? Kannst du dir vorstellen, warum die Pappe schwarz sein muss? Stelle dir einfach mal vor, die Pappe wäre weiß. Überlege, wie Schneeflocken entstehen: Was passiert mit dem Regen, wenn die Luft im Winter kalt ist?

 

SCHNEEFLOCKENFÄNGER

Fange, wenn es schneit, selbst auch einmal Schneeflocken ein. Lege dazu ein Stück schwarze Pappe 10 Minuten in den Kühlschrank. Nimm sie heraus, und laufe schnell damit nach draußen. Wenn ein paar Schneeflocken darauf liegen, betrachte sie ganz genau. Was stellst du fest?

 

EINZIGARTIGE KRISTALLE

Naomis Mama sagt, dass jede Schneeflocke ein einzigartiger Eiskristall sei. Was meint sie damit? Schau dir dazu auch einmal das Bild an. Fällt dir etwas auf? Kannst du einen Kristall nachzeichnen?

Autorin: Petra Bartoli y Eckert, Ellen Tsalos

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