Nein sagen im stressigen Kita-Alltag
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Stress im Griff – “Nein” sagen im Kita-Alltag

Kennst du das? Du bist gern für andere da und packst mit an, wo auch immer es gerade brennt. Anderen zu helfen löst in dir ein gutes Gefühl aus. Aber manchmal ist es dir auch zu viel und immer wieder hast du das Gefühl, dass deine Hilfsbereitschaft von anderen ausgenutzt wird – und das fühlt sich gar nicht mehr gut an.

Wenn du das kennst, dann ist es mal an der Zeit, dass du an dich selbst denkst und einfach mal „Nein“ sagst.

Aber das ist leichter gesagt als getan. Warum ist Nein-Sagen so schwer? Hast du ein schlechtes Gewissen? Schuldgefühle? Oder möchtest du einfach nicht als Egoistin dastehen?

Hier findest du 7 elegante Wege (behutsam oder direkt) „Nein“ zu sagen:

  • Verständnis zeigen

„Ich verstehe, dass Du das jetzt gerne erledigt haben möchtest, aber ich muss noch den Ausflug für morgen vorbereiten.“

  • Gegenvorschlag unterbreiten

„Wenn ich meine Aufgabe erledigt (oder meine Pause beendet) habe, kann ich dir gerne helfen.“

  • Sich bedanken

„Ich weiß das zu schätzen, dass du mich gefragt hast, aber diese Woche klappt es nicht.“

  • „Nein“ mit Erklärung

„Ich kann jetzt nicht, weil ich vor dem Elterngespräch gleich fünf Minuten Zeit für mich brauche.“

  • „Nein“ mit Humor und Ironie (aber Vorsicht, das versteht nicht jeder)

„Stell dich mal hier hin. Ich habe verstanden, dass ich neben dem ganzen anderen auch noch Deine Aufgabe übernehmen soll … guter Witz!“

  • „Nein“ mit Kompliment

„Du bist viel kreativer als ich. Dir gehen die Plakate fürs Sommerfest viel leichter von der Hand und sie sehen bestimmt besser aus.“

  • Oder manchmal vielleicht doch direkt!?

„Nein, ich kann nicht!“, „Nein, ich habe keine Zeit.“

Wenn du anfängst „Nein“ zu sagen, rechne mit „Gegenwind“. Die Kolleg*innen, die Familie und Freund*innen sind es nicht gewohnt, dass du einer Bitte (oder Aufforderung ) nicht nachkommst. Behalte dein Ziel im Auge, du ärgerst dich hinterher mit Sicherheit wieder – dann aber hauptsächlich über dich selbst.

Nach wie vor sollst du für andere Menschen da sein und ihnen helfen, aber nicht mehr um jeden Preis und bis zur völligen Selbstaufgabe. Bedenke: Wenn es dir nicht gut geht, kannst du auch nicht mehr für deine Lieben und Anvertrauten da sein.

Tipp 1

Vermeide das Wort „eigentlich“ in deinen Begründungen, z. B. „Eigentlich müsste ich ja erst noch etwas anderes erledigen.“ In diesem Moment hast du schon verloren!

Tipp 2

Beachte auch den pädagogischen Aspekt: Ein Kind, muss ohne Liebesentzug und Zurückweisung „Nein“ sagen dürfen. Ansonsten wird es später die Bedürfnisse und Wünsche der Anderen immer über die eigenen stellen! Woher glaubst du kommt es, dass es dir so schwerfällt „Nein“ zu sagen?

Übung

Ein „Nein“-Schild für dich: Ausschneiden, gestalten und dort aufhängen, wo du es mehrmals am Tag sehen kannst!

Nein sagen
© Anja Boretzki
Autorin: Bettina Langner

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